Die richtige Surfschule finden

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Du möchtest gerne wissen, woran du eine kompetente Surfschule erkennst?

Wir möchte noch einmal kurz darauf eingehen, dass es nicht ratsam ist, surfen auf eigene Faust zu lernen. Surfen ist eine der anspruchsvollsten Sportarten und das Spielfeld, der Ozean, ist eine unberechenbare Naturgewalt.

Wir können dir nur ans Herz legen, nicht auf eigene Faust surfen zu lernen, denn das ist nicht nur sehr gefährlich sondern kostet dich eine Menge Zeit und Energie. Es ist nicht nur wichtig, präzise Bewegungen im perfekten Timing auszuführen, sondern auch zu wissen, welche Welle überhaupt geeignet ist.

Diese Fähigkeiten kannst du dir mit viel Mühe und durch Tutorials aneignen. Aber am besten lernst du surfen, wenn jemand dabei ist, der dich im Blick hat und dich immer wieder korrigiert. 

big wave breaks as tube

Wenn du also ernsthaft surfen lernen und schnell Fortschritte machen möchtest, dann suche dir am besten einen Coach.

Im Folgenden möchte ich dir ein paar Tipps geben, worauf du bei der Wahl deiner Surfschule achten solltest. 

# 1

Lehrer-Schüler-Verhältnis

Ein ganz entscheidendes Merkmal ist das Lehrer-Schüler-Verhältnis. Und auch die Gruppenzusammensetzung spielt eine wichtige Rolle. 

Es empfiehlt sich, dass ein Surflehrer idealerweise fünf bis sechs Schülerinnen und Schüler gleichzeitig unterrichtet. Wenn mehr als die genannten sechs Schüler von einem Surflehrer betreut werden, ist ein individuelles Feedback leider kaum mehr möglich. Aber genau darauf kommt es ja an, um Sicherheit zu gewinnen und Fortschritte zu erzielen.  

Jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse. Je mehr Individualität im Wasser, desto schwieriger ist es natürlich, gezielt auf diese Bedürfnisse einzugehen.

Surf students warm up for the surf course on Agadir beach
# 2

Kurse nach Surflevel

Es ist außerdem sehr wichtig, dass für jedes Surflevel unterschiedliche Kurse angeboten werden. 

Ein Surflehrer kann nicht gleichzeitig Anfänger im Weißwasser und Intermediate-Surfer im Line-up unterrichten. Die jeweiligen Surflevels haben komplett unterschiedliche Anforderungen und Lernziele, die es zu berücksichtigen gilt. 

Ein Intermediate Surfer ist im Weißwasser unterfordert und langweilt sich. Ein Anfänger hat im Line-up einfach nichts zu suchen. Da hat er keinen Spaß, sondern spätestens nach der ersten Waschmaschine vermutlich vielmehr Angst. 

Eine professionelle Surfschule bietet dir die Möglichkeit, an Kursen für verschiedene Levels teilzunehmen. So kannst du dich je nach deinen individuellen Bedürfnissen und deinem persönlichen Surflevel weiterentwickeln.  

Erfahrende Surfer haben oft ganz spezifische Lernziele, für sie ist ein Privatkurs oft die bessere Wahl.  

# 3

Kurskonzept

Ob die Surfschule über ein Kurskonzept verfügt, kannst du oft schon daran erkennen, ob verschiedene Kurse für unterschiedliche Surflevel angeboten werden und ob Surftheorie im Unterricht eine Rolle spielt. Bei der Terminvereinbarung sollte die Surfschule unbedingt nach deinem Surflevel fragen. Zum einen, um den richtigen Kurs zu wählen, zum anderen aber natürlich auch, um die richtigen Surfbedingungen für dein Level zu berücksichtigen. Der Ablauf des Kurses sollte möglichst auf der Website beschrieben sein. 

In einer seriösen Surfschule beginnt jeder Kurs mit einer theoretischen Einführung und einem Aufwärmtraining. Auch wenn du das Surfen nur ausprobieren möchtest und kein Interesse an viel Theorie hast, ist die Sicherheitseinweisung ein absolutes Muss, um Gefahrenquellen zu erkennen und sich richtig zu verhalten. Wenn du ernsthaft surfen lernen möchtest, ist es wichtig, sich mit der Surftheorie zu beschäftigen. Wenn du verstehst, wie Wellen entstehen, was es mit Gezeiten und Strömungen auf sich hat, wirst du dich viel sicherer im Wasser bewegen und auch die richtigen Wellen auswählen können. 

Eine gute Surfschule zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht nur zum Spot gefahren wird und der Surflehrer einen ständig in die Weißwasserwellen schiebt und anfeuert. Vor jedem Kurs sollte eine Einweisung in den Spot erfolgen und auf mögliche Gefahrenquellen und Strömungen hingewiesen werden. Vor allem Intermediate Surfer sollten genauere Informationen erhalten. Der Spot sollte gemeinsam genau beobachtet werden. Wie groß sind die Wellen heute? Wo und wie kommen die Sets an? Wo positioniert man sich im Line-Up und wo paddelt man raus?  

Es sollte ein effektives Aufwärmen geben und während des Kurses sollten die Teilnehmer ständig individuelles Feedback erhalten. Bei mehrtägigen Kursen baut der Kursinhalt jeden Tag auf dem Wissen des Vortages auf und es gibt ein spezifisches Lernziel, auf das jeden Tag gemeinsam hingearbeitet wird. Bei einem einwöchigen Anfängerkurs werden sowohl theoretische als auch praktische Aspekte abgedeckt. Der theoretische Teil kann gerne am Strand stattfinden, für die Wellenkunde auch situativ während deiner Zeit im Wasser. Der praktische Teil besteht aus ersten Gleitübungen im Wasser, Paddeltechnik, Balancetraining, Pop-Up-Technik, Timing und Richtungswechsel. Auch in einem Anfängerkurs solltest du bereits erste Erfahrungen min den Green Waves gemacht haben.

# 4

Qualifizierte Surflehrer

Ein guter Surflehrer sollte selbst ein versierter Surfer sein und über eine Ausbildung verfügen, die ihn dazu befähigt das Surfen zu unterrichten. 

International anerkannt ist die Surflehrerausbildungen der ISA (International Surfing Association). Die Ausbildung hat verschiedene Level und erstreckt sich von Ausbildung als Surflehrer für Beginner bis hin zu Surf-Coach für Surfwettbewerber und spezialisierten Surflehren für das Unterrichten von Menschen mit Behinderungen. 

Das entscheidende ist, dass der Surflehrer über das Können verfügen sollte, sein Wissen zielgerichtet zu vermitteln und über ein geschultes Auge verfügt sowohl die Stärken als auch die Schwächen seiner Schüler zu erkennen.    

Es gibt zahlreiche weitere, meist länderspezifische Qualifizierungen. Darauf kann hier jedoch nicht detaillierter eingegangen werden. 

Surf instructor explains turning in the waves on the beach
Beginners' surfing course: students gain their first experiences in white water
# 5

Surfspot

Wenn eine Surfschule jeden Tag zur gleichen Zeit am gleichen Spot ihre Surfkurse anbietet, ist das verdächtig.  

Die Gezeiten beeinflussen die Art und Weise, wie und wann die Wellen brechen, und ebenso die Strömung. Im Durchschnitt gibt es vier Gezeitenwechsel am Tag. Der Zyklus zwischen Ebbe und Flut dauert in der Regel 6 Stunden und 12 Minuten. 

Es ist schlicht unmöglich, dass ein Spot tagtäglich immer zur gleichen Uhrzeit die gleichen Bedingungen bietet.  

Die Surfqualität wird auch beeinflusst vom Wind, der Swell-Richtung, der Periode, der Wellengröße und Sandbänken. 

Eine gute Surfschule ist mobil und flexibel und richtet sich nach den Gezeiten.

# 6

Surf Ausrüstung

Eine gute Ausrüstung ist wirklich sehr wichtig, sowohl für deine Sicherheit als auch dafür, dass du effektiv lernen kannst. Ein Surfbrett, das tiefe Dellen oder Risse hat, ist nicht mehr ganz so stabil und beeinträchtigt das Fahrverhalten und die Kontrolle. 

Wenn du eine professionelle Surfschule suchst achte auch darauf, wie dort mit der Ausrüstung umgegangen wird. Eine gut gepflegte und regelmäßig gewartete Ausrüstung ist ein gutes Zeichen und zeugt von der Wertschätzung für deine Sicherheit und dein Wohlergehen. Ausgeleierte und schlecht gereinigte Neoprenanzüge sind nicht nur unhygienisch, sondern halten dich auch nicht warm. Und wenn das Surfboard kaputt ist, stellt das ganz klar ein Sicherheitsrisiko dar.   

Es gibt immer wieder die Empfehlung, dass eine Surfschule über eine große Auswahl an verschiedenen Boards verfügen sollte, was durchaus nachvollziehbar ist. In der Regel sind es Anfänger und Surfer mit mittleren Kenntnissen, die Surfschulen besuchen. Surfboards sind leider nicht ganz günstig und auch wenn sie nicht benutzt werden, altern sie mit der Zeit. Auch die besten Lagerungs- und Wartungsmaßnahmen können den natürlichen Alterungsprozess des Boards leider nicht aufhalten. Mit der Zeit können die Verbindungen und das Harz nachgeben, was dazu führt, dass das Board an Festigkeit verliert, auch wenn es gar nicht benutzt wird. 

Es ist auch immer eine Frage der Lage der Surfschule, welche Art von Surfboards vorhanden sein sollten. Wenn die Wellen eher klein bis mittelgroß sind und sanfte, endlose Rides ermöglichen, dann sind das die perfekten Bedingungen für Longboards. Wenn sich die Surfschule an einem Spot befindet, an dem es größere, sehr kraftvolle und steile Wellen gibt, dann sollte eine gute Auswahl an Shortboards verfügbar sein.   

Eine nachhaltige Lösung ist, wenn eine Surfschule nicht über eine Vielzahl von Shortboards verfügt, die nur selten in Gebrauch sind. Stattdessen kann eine Zusammenarbeit mit einem Surfboardverleih eine gute Möglichkeit sein.  Eine Surfschule sollte über verschiedene Softboards verfügt, damit für jede Größe und jedes Körpergewicht das richtige Board vorhanden ist. Desweitern sollte es über eine Auswahl an Hardboards verfügen, die sich gut als Übergang vom Softboard zum Hardboard eignen. 

# 7

Feedback

Individuelle Feedback ist entscheidend um deine Fähigkeiten gezielt zu verbessern. Dies ist nur möglich, wenn hier eine Schüler-Lehrer-Verhältnis von maximal 1:6 eingehalten wird. Ein guter Surflehrer erkennt deine Schwächen sehr schnell und gibt dir spezifische Anweisungen wie du diese korrigieren kannst. 

Jeder Fortschritt wird gefeiert werden, aber manchmal muss du auch deinen Stolz zur Seite stellen und Kritik einstecken, du wirst Fehler machen und das ist auch gut so, denn daraus kannst du lernen. Was du definitiv von deinem Surflehrer hören wirst ist “paddel harder”, völlig egal wie hart du paddelst. Dies sollte jedoch nicht das einzige sein, denn letztendlich es kommt nicht ausschließlich auf Kraft, sondern vielmehr auf die richtige Technik an. 

Es ist auch okay, wenn dein Surflehrer dich ab und zu in eine Welle puscht, du sollst ja Erfahrungen in den Wellen sammeln. Wirst du jedoch ausschließlich gepusht, sieht dein Surflehrer dich auch nur von hinten und kann deine Pop-up Technik nicht wirklich beurteilen und somit auch nicht korrigieren. Wenn du immer nur gepuscht wirst, dann wirst du nicht selbstständig surfen können und abhängig davon sein, dass dich jemand in die Welle puscht. Ein guter Surflehrer schont dich nicht, sondern bereitet dich durch sein Feedback darauf vor autark zu surfen. 

Optimal, wenn auch für dich hochwahrscheinlich sehr ernüchternd, sind Video- und Fotoanalysen. Du surfst deine ersten Wellen und es fühlt sich einfach nur großartig an, dann siehst du die Bilder und bist erstmal enttäuscht davon wie klein die Wellen sind. Das ist völlig normal, eine Bildanalyse nimmt zwar die Illusion, biete dir aber auch die Möglichkeit deine Technik objektiv zu überprüfen und daraus zu lernen.

# 8

Empathie

Wellen sind kraftvoll und können verdammt furchteinflößend sein. Alle, die nicht direkt am Ozean aufgewachsen sind und nicht halb Fisch, halb Mensch sind, verspüren eine unterschwellige Angst. Du befindest dich im Line-up und in deinem Kopf beginnt die Melodie „Duh duh, duh duh“, aber du ignorierst sie und hoffst, dass der Hai zuerst jemand anderen frisst.  

Vielleicht schüchtert dich auch mehr die Größe der Wellen ein oder du hast bereits die eine oder andere „Waschmaschine“ hinter dir und keine Lust auf eine Wiederholung. Angst ist ein guter Reflex, der uns vor Gefahren schützt. Wenn sie jedoch zu überwältigend wird, kann sie uns im Weg stehen. 

Ein guter Surflehrer ist empathisch. Er weiß, dass du unsicher bist, und nimmt dir diese Unsicherheit. Dazu wird er dich in einem sicheren Umfeld herausfordern. In einer „Waschmaschine“ gilt es, alle fünfe gerade sein zu lassen und sich nicht dagegen zu wehren. Die Welle spuckt dich aus und du surfst ja nicht unter wirklich gefährlichen Bedingungen wie z.B. in Pipeline oder Nazaré. 

Ein guter Surflehrer erkennt deine Ängste und weiß, wie er dir helfen kann, sie zu überwinden. Er fordert dich gleichzeitig heraus, damit du deine Komfortzone erweiterst.

"Dance with the waves, move with the sea. Let the rhythm of the water set your soul free.

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